Wie lernen wir?

Wir Erwachsenen verbinden Lernen bis heute oft mit Anstrengungen und Angst. Wir  reduzieren das Lernen auf das schweißtreibende Aneignen von Wissen und mühevollem Denken.
Doch wir lernen im Laufe der Lebensjahre weitaus mehr: Wir lernen Essen, Krabbeln, Gehen, Sprechen, Springen, Singen, Tanzen, Fahrrad fahren, Rechnen, Schreiben, Malen. Wir lernen mit Ängsten und Gefühlen umzugehen, Probleme zu lösen und vieles mehr.
Lernen ist eine ausgesprochen umfangreiche Angelegenheit und nicht auf bestimmte Zeiten oder auf die Aneignung von Fakten begrenzt.
Und wenn man genauer hinschaut, entdeckt man, dass Menschen von Geburt an lernen, auf unterschiedlichen Wegen, mit unterschiedlichen Interessen, ein Leben lang.
Dabei stehen wir den Kindern als Wegbegleiter zur Seite.
(Claudia Schäfer, Lernen mit Maria Montessori im Kindergarten, Herder)

„Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information.“  (Albert Einstein)

Begleitung in drei Gruppen

In unserem Kindergarten werden Kinder vom ersten Geburtstag bis zum Schulbeginn unter Berücksichtigung ihrer altersentsprechenden und individuellen Interessen und Bedürfnisse in drei Gruppen begleitet. Unserem Konzept liegt die Idee zu Grunde, dass Kinder selbstbestimmt und von Natur aus vielfältig lernen, wenn die Umgebung altersentsprechend interessant gestaltet ist.
Das Konzept beruht auf den Grundsätzen elementarer Bildung des Landes Brandenburg und ist angelehnt an die reformpädagogischen Leitlinien von Maria Montessori und Emmi Pikler.
Für die beiden Gruppen der Kinder von zweieinhalb bis vier Jahren, sowie den Kindern vom vierten Lebensjahr bis zum Schulbeginn stehen jeweils drei Haupträume zur Verfügung. Diese Räume sind
der Bewegungsraum mit viel Platz zum Spielen und Toben mit einer Sprossenwand, Matratzen, Decken, Seilen, Bauelementen und Klettergeräten nach Hengstenberg
der Materialraum, wo sich Montessori-Material für die Bereiche Sprache, Mathematik, Kosmische Erziehung und Sinnesmaterial befinden
ein Raum mit Tischen zum Essen, Regalen mit Materialien zu Übungen des praktischen Lebens, sowie ein Sandtisch mit Modelliersand.

Ihren Bedürfnissen entsprechend können die Kinder sich frei bewegen, Raum und Arbeitsmaterialien wählen.

Der Nestraum, ist den Kindern unter zweieinhalb vorbehalten. Hier unterteilt sich der Raum in einen Essbereich, einen Spielbereich mit offenen Regalen, Pikler Dreieck mit Rutschbrett, Krabbelkiste und Labyrinth und einem anschließendem Raum für die Mittagsruhe.
In der altersentsprechend interessant gestalteten Umgebung können die Jungen und Mädchen selbstbestimmt lernen.
Im freien Spiel haben die Kinder Gelegenheit dem eigenen Lernbedürfnis zu folgen. Sie finden in den Kindergartenräumen in offenen Regalen anregende Materialien zu den Lernbereichen.

„Es handelt sich um die Methode des Kindes, nicht um die Montessori-Pädagogik“
(Maria Montessori)

Die vorbereitete Umgebung

Ein neugeborenes Kind ist nicht wie ein weißes Blatt Papier, das darauf wartet, beschrieben zu werden. Es ist von Anfang an ein einzigartiges Wesen mit einem inneren Bauplan, nach dessen Regeln es sich entwickelt.
Für die Entwicklung seiner Persönlichkeit braucht das Kind eine liebevolle Atmosphäre, eine Umgebung die Anregungen bereit hält und ihm die Möglichkeit zum Tätigsein gibt. Dies erfordert von der Pädagogin hohe Sensibilität in der Frage, ob diese Umgebung auch den Bedürfnissen und Interessen der jeweiligen Kinder entspricht.

„Die vorbereitete Umgebung strukturiert die Arbeiten der Kinder und der Lehrerinnen in der Weise vor, dass die Kinder die besten Entwicklungsbedingungen vorfinden.“
(M.Montessori, Über die Bildung des Menschen, Freiburg 1966, S.55)

Die Räume des Kindergartens sind einfach und klar strukturiert. Alle Materialien haben ihren bestimmten Platz. Sie sind in offenen Regalen untergebracht und thematisch geordnet. Das Kind weiß, wo es welches Material findet und wohin es wieder zurück gebracht werden muss. Neben dem Raum mit den Montessori-Materialien, gehören der Küchenbereich mit den „Übungen des täglichen Lebens“, die Experimentier- und Malecke, der Bewegungsraum und das Außengelände zur vorbereiteten Umgebung der Kinder.

Die vorbereite Umgebung bietet dem Kind den geschützten Rahmen für die Entwicklung seiner Persönlichkeit, bietet Orientierung und Experimentierfeld. Die Pädagogin begleitet das Kind auf seinem Weg.

Rituale, Feste und Übergänge

Das Kindergartenjahr strukturiert sich durch Jahreszeitenfeste, Geburtstagskreise, sowie Gestaltung von Übergängen, wie individuelle Eingewöhnungszeiten und Verabschiedungen in die Schule.
Der Tagesablauf im Kindergarten Rittersporn hat eine täglich wiederkehrende Struktur. Nach dem Frühstücksangebot wird zum Morgenkreis eingeladen. In der Zeit des anschließenden Freispiels finden Materialpräsentationen oder Angebote (wie z.B. Märchenkreis, Buchstabenwerkstatt)  statt. Nach dem Mittagessen und einer ausgedehnten Leserunde besteht die Möglichkeit zur Ruhezeit.
Des Weiteren können die Kinder jederzeit den Außenbereich für ihre Aktivitäten nutzen.

Unser Außengelände

Um das Kindergartengebäude herum befindet sich ein großer Garten mit Wiese, verschiedenste Laubbäumen, Obstbäumen und Beerenhecke, zwei Hochbeeten, Sandkisten und Sandplätze zum Buddeln und Graben, sowie Klettermöglichkeiten wie Piratenschiff und Krabbelpodest und einige kleine Hügel.